Mittwoch, 10. Oktober 2007

Humphrey Bogart



Bogarts früher Bühnenerfolg als Gangster führte zu zahlreichen weiteren Rollen gleicher Art. Er landete in seinen Filmen regelmäßig auf dem elektrischen Stuhl und wurde insgesamt zu mehreren Jahrhunderten Zwangsarbeit verurteilt. Jack Warner beschäftigte Bogart kontinuierlich, zeigte jedoch kein Interesse daran, ihn zum Star zu machen und vergab die interessantesten Einsätze an Kollegen wie Edward G. Robinson, James Cagney oder George Raft. 1941 war seine von Raft und Cagney abgelehnte Gangsterrolle in dem Film Entscheidung in der Sierra, nach einem Drehbuch von John Huston inszeniert von Raoul Walsh, qualitativ ein Schritt vorwärts. Vor allem lernte er bei den Dreharbeiten mit Huston einen weiteren guten Freund kennen.

Die Rolle des Privatdetektives „Sam Spade" in der Verfilmung von Dashiell Hammetts Krimi Der Malteser Falke hatten sowohl James Cagney als auch George Raft ebenfalls abgelehnt. John Huston griff also 1941 für sein Debüt als Filmregisseur auf Bogart zurück. Die Spur des Falken wurde stilbildend und gilt als erster Vertreter des film noir. Huston und Bogart machte der Erfolg zu Stars ihrer Zünfte. Für den Schauspieler war der abgebrühte, oberflächlich von den Gangstern kaum zu unterscheidende Detektiv ein idealer Übergang vom Bösewicht zum Helden.

Im Jahr darauf folgte denn auch Bogarts erster Einsatz als Protagonist einer romantischen Liebesgeschichte in dem schließlich zum Kultfilm werdenden Casablanca an der Seite von Ingrid Bergman. Der Film gewann 1943 einen Oscar, Bogart erhielt seine erste Oscar-Nominierung.

Danach spielte Bogart neben zahlreichen Routineproduktionen auch in einer ganzen Reihe von Klassikern, wie der Hemingway-Verfilmung Haben und Nichthaben (1944), der Chandler-Verfilmung Tote schlafen fest (1946), dem Schatz der Sierra Madre (1948) und im gleichen Jahr – neben seinem alten Rivalen Edward G. Robinson – den Gegenspieler der Gangster in Key Largo.

Gegen Ende seines Lebens fand Bogart zu großen Charakterrollen in aufwändigen Produktionen. 1952 bekam er für seine Rolle in John Hustons klassischem Abenteuerfilm African Queen den Oscar. 1955 folgte seine letzte Nominierung für die Darstellung des psychotischen Kapitäns in Die Caine war ihr Schicksal.

1954 durfte er in Billy Wilders romantischer Komödie Sabrina den seinen Bruder spielenden William Holden beim Werben um die dreißig Jahre jüngere Audrey Hepburn ausstechen. 1955 war Bogart ein – wenn auch falscher – Priester in Die linke Hand Gottes. Im gleichen Jahr übernahm er für An einem Tag wie jeder andere noch einmal eine Gangsterrolle. 1956 war das Drama Schmutziger Lorbeer um Korruption im Boxsport Bogarts letzter Film.

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Kommentare:

Mitch hat gesagt…

Morgen ist Humphrey Bogart wieder im TV zusehen – mit African Queen auf Arte: http://toerck.de/african-queen-john-huston-usa-1951/

Gutenberg hat gesagt…

Ja, danke für den Tipp! Komme bei dem Film immer selbst ins Schwitzen und bin ganz froh, dass sich Russ Meyers Odorama nicht durchgesetzt hat ;-)