Mittwoch, 10. Oktober 2007

Federico Fellini



"Die vier Formen der Fellini-Verehrung, die 1985 auf dem „Seminario Internacional Federico Fellini" in Sevilla von den Teilnehmern definiert wurden (und denen ich mindestens zwei weitere hinzufügen möchte), werden ganz sicher auch einen jeweils anderen Zugang zum autobiografischen Aspekt in Fellinis Arbeit haben:

Die „Fellinisanten", die große Masse der Bewunderer und Liebhaber der Fellini-Filme (und was sich sonst publizistisch darum herum bewegt), genießen die Stilisierungen des Regisseurs, das ganze Lügengewebe, das Fellini selbst und viele seiner Apologeten geschaffen haben, nehmen Korrekturen amüsiert zur Kenntnis, stellen aber nichts grundsätzlich in Frage.

Die „Fellinianer", das ist der nicht allzu kleine Kreis von Menschen, denen die eine oder andere Rolle bei der Arbeit und damit auch im Leben Fellinis zukam und die somit zum Teil des Fellini-Mythos oder der Fellini-Clownerie wurden, wissen immer alles am genauesten, aber sie wissen nicht genau, was es zu wissen geben soll. So ist ihre bevorzugte Ausdrucksweise der Fellini-Mythologie gegenüber bedeutendes Schweigen oder Schwadronieren, Gaukelei und Lüge.

„Fellinisten" dagegen, Kritiker, Wissenschaftler, Studenten, Film-Aficionados, kennen die Wahrheit aus dem Werk des Regisseurs, das sie nach allen Richtungen hin vermessen haben, und empfinden die Kindereien aus dem Fellinianer-Clan gelegentlich als arg effekthascherisch.

Demgegenüber stehen die „Fellinologen", die den Regisseur, den Menschen und seine Arbeit, zum Gegenstand grenzenloser wissenschaftlicher und mythologischer Durchforschung und zumeist ebenso grenzenloser Verehrung gemacht haben.

Ich für mein Teil würde noch die Felliniasten anführen, deren größtes Vergnügen es ist, die Welt, mit oder ohne Fellini, „wie in einem Fellini-Film" zu sehen, sowie die Felliniden, die ganz einfach versuchen, über das „Verstehen" und die Imitation selbst ein Stück Fellini, als Arbeit oder Leben, zu verwirklichen: Felliniden erkennt man an ihrer Kleidung, an ihren Gesten und, vor allem, an ihrer Sprache. Natürlich fordern sie für sich einen ebenso freizügigen Umgang mit der eigenen Biografie wie das Original." (www.filmzentrale.com)

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