Mittwoch, 10. Oktober 2007

Peter Paul Rubens



Wenige Künstler haben auf ihre Zeit einen so nachhaltigen Einfluss geübt wie Rubens; es gibt keinen Zweig der niederländischen Malerei, auf den er nicht bestimmend eingewirkt hätte. Schon zu seinen Lebzeiten wurde er als Künstler-Unternehmer bewundert, und seine Werkstatt war in ganz Europa berühmt. Außerordentlich groß war daher auch die Zahl seiner Schüler.

Rubens erkannte früh die Möglichkeiten, die der Kupferstich für die Reproduktion und die Verbreitung seiner Werke eröffnete. In seinerm Betrieb sorgte er daher für die Heranbildung ausgezeichneter Kupferstecher. Auf Rubens' Kosten wurden die Kupferstiche für den Handel produziert.

Seine Bilder zeichnen sich durch eine allegorische Bildsprache voller mythologischer Symbolik aus. Dabei werden die Zeichnungen vielfach zu eigenen Werken, die die späteren Gemälde in der Formulierungskraft übertreffen. Viele dieser Zeichnungen verwahrte er nur für sich selbst, ohne Anderen ihre Intimität preis zugeben. Manche private Zeichnung in der Familie wirkt wie ein Schnappschuss, den nicht einmal die Betroffenen merkten.

Rubens' Hauptstreben ging auf höchste Lebendigkeit der Darstellung und auf das höchste Maß von koloristischer Wirkung. Die erloschene religiöse Begeisterung suchte Rubens, ohne sich jedoch in den Dienst einer fanatischen kirchlichen Richtung zu stellen, dadurch wieder anzufachen, dass er selbst Gegenstände, deren Natur eine ruhige Darstellung erforderte, in lebhaft bewegter Weise malte.

Rubens Werke sind, mehr als die jedes anderen Malers, geprägt durch Licht und Farbenglut. Seine Freude an der sinnlichen Erscheinung bildet einen scharfen Gegensatz zu der weltentrückten Frömmigkeit der Andachtsbilder der älteren Schule; aber die sinnliche Glut seiner Farbe und das berauschende Fortissimo seiner religiösen Kompositionen kamen den katholischen Reformbestrebungen, die in erster Linie durch die Jesuiten vertreten wurden, sehr entgegen, weshalb ihn auch die Jesuiten 1620 mit der Ausschmückung ihrer Kirche in Antwerpen betrauten und er bis an sein Lebensende der bevorzugte Kirchenmaler der katholischen Welt blieb.

Die gleiche Kraft leidenschaftlicher Darstellung widmete er aber auch mythologischen Gegenständen. In der Darstellung des Nackten, in der wunderbaren Leuchtkraft der Fleischfarbe ist er unübertroffen. Er war der erste, der nicht nur ausgekleidete Modelle nachbildete, sondern Gestalten schuf, welche, wie die der Griechen und Römer, an Nacktheit gewöhnt waren.

Rubens hat etwa 1.500 Bilder hinterlassen, von denen freilich ein großer Teil von Schülerhänden ausgeführt und nur von ihm ergänzt worden ist. Neben den bereits genannten religiösen Bildern ist das jetzt im Schloss Belvedere zu Wien befindliche Bild des heil. Ignaz von Loyola, der den Teufel austreibt, als eins derjenigen Werke auszuzeichnen, woraus die eigentümliche Größe von Rubens besonders hervorleuchtet.

Am herrlichsten kommt diese letztere aber zur Entfaltung in solchen Bildern, die eine dramatische Behandlung erfordern, wie die Bilder: der Sturz der rebellischen Engel, der Sturz der Verdammten, das große und kleine Jüngste Gericht, das apokalyptische Weib, die Niederlage Sanheribs und der bethlehemitische Kindermord (sämtlich in der Münchener Pinakothek). Von anderen biblischen Darstellungen sind zu nennen: das Urteil Salomos, Simson und Delila, Christus und die bußfertigen Sünder, Lot mit Frau und Töchtern von zwei Engeln aus Sodom geleitet (bei Mr. Butler zu London), zahlreiche Darstellungen der Anbetung der Könige und der Himmelfahrt Mariä (letztere zu Antwerpen, Brüssel, Düsseldorf, Wien), die Kreuzigung Petri (Peterskirche zu Köln), die Kreuzigung Christi (Coup de lance (Stoß mit der Lanze), Antwerpen), die Kreuztragung Christi (Brüssel) und die Hl. Cäcilia (Berlin).

Ganz frei und eigentümlich erscheint der Künstler in der Behandlung des klassischen Altertums, dem er eine große Zahl von Bildern entnahm, zum Teil aus der Göttergeschichte, besonders aus dem bacchischen Kreis (zahlreiche Bacchanalien), zum Teil aus der Heroengeschichte (Decius Mus in Wien). Hervorzuheben sind: der Raub der Töchter des Leukippos, die Amazonenschlacht und der sterbende Seneca (München), das Venusfest und Boreas und Oreithyia (Wien), Jupiter und Kallisto (Kassel), Neptun und Amphitrite, die gefesselte Andromeda und Bacchanal (Berlin), das Urteil des Paris (Madrid) und Neptun auf dem Meer (Dresden, ein Teil der unter Rubens' Leitung ausgeführten Dekorationen zum Einzug des Kardinal-Infanten Ferdinand zu Antwerpen, 1635).

Mit gleicher Wärme und Liebe umfasste Rubens die Darstellung des Naturlebens und des fröhlichen Treibens der Kinder. Das vortrefflichste Bild letzterer Art sind die sieben Kinder in der Pinakothek zu München, welche einen mächtigen Fruchtkranz tragen.

In seinen Tierbildern, die zum Teil in Gemeinschaft mit Frans Snyders entstanden sind, entfaltet Rubens ebenfalls das höchste Maß von Lebendigkeit und dramatischer Kraft. Es sind zumeist Jagden, unter denen die Löwenjagd in München, die Wolfsjagd bei Lord Ashburton, die Wildschweinsjagd in Dresden und die Hirschjagd der Diana in Berlin in erster Reihe stehen.

Auch für die Landschaftsmalerei war Rubens bahnbrechend, weil er Größe der Auffassung mit Tiefe und Kraft der Stimmung verband. Es gibt sowohl solche Landschaften von ihm, welche, mit Zuziehung einiger Motive aus der Natur aus freier Fantasie hervorgegangen, die Elemente in ihrem Aufruhr zeigen (Odysseus an der Küste der Phäaken in Florenz, Überschwemmung mit Philemon und Baucis in Wien), als solche, die den idyllischen Charakter von Rubens' reich gesegnetem Heimatland darstellen (Landschaft mit dem Regenbogen in München, Abendlandschaft in Petersburg).

Seine wenigen Genrebilder zeichnen sich durch eine geistreiche Auffassung und eine freie Behandlung aus (Bauernkirmes und Turnier im Louvre, Bauerntanz in Madrid). Von den Konversations- und Schäferstücken existiert der Liebesgarten in vielen Exemplaren, von denen aber das Bild in Madrid, nicht das in Dresden, als das Original zu betrachten ist. Ein anderes Konversationsstück befindet sich unter dem Namen Der Schlosspark im Belvedere zu Wien.

Unter seinen zahlreichen Bildnissen gehört das Bild im Palazzo Pitti zu Florenz, bekannt unter dem Namen der vier Philosophen, welches Justus Lipsius, Ioannes Wowerius, Philipp Rubens und den Künstler selbst vorstellt, seiner frühsten Zeit an.

Ausgezeichnet sind auch die Bildnisse von Rubens und seiner Frau im Schloss zu Windsor, bedeutender aber noch sind dessen Familienporträt in der Nationalgalerie zu London, das Bild seiner Frau mit Kind in München und das Doppelbildnis seiner Söhne in der Galerie Liechtenstein zu Wien.

Eins seiner vollendetsten Bildnisse ist das des Doktors van Tulden in der Pinakothek zu München; ausgezeichnet durch sein magisches Helldunkel ist das unter dem Namen des Strohhuts bekannte Bildnis eines Mädchens in der Nationalgalerie zu London und meisterhaft in der Modellierung des Fleisches das Bildnis der nur mit einem Pelz bekleideten Helene Fourment in Wien. (www.wikipedia.de)

Andy Warhol



Warhol gilt als „Inbegriff" und Diva der Pop-Art, indem er sich in seinem Lebenswerk kontinuierlich selbst zum eigenen Kunstprodukt stilisierte. Warhol hinterließ ein umfangreiches Gesamtkunstwerk, das von anfänglich einfachen Werbegrafiken hin zu seinen Gemälden, Objekten, Filmen und Büchern reicht; überdies war er, wenn auch nur kurz, als Musikproduzent tätig.

Warhols Beitrag zur Etablierung der Pop-Art in der bildnerischen, darstellenden wie kinematografischen Kunst in den 1960er Jahren ist bedeutend. Seine Karriere begann bereits in den 1950er Jahren als Illustrator für Mode-, Hochglanz- und Lifestylemagazine und entwickelte sich rasant.

Andy Warhols Werk ist eine maschinelle Persiflage auf die Konsumgesellschaft und teilweise durchzogen von schwärmerischen und homoerotischen Anspielungen (die frühen Grafiken und späteren Filme).

Warhols Bildwerke leben von einer experimentellen und luminiszenten Farbgebung (meist mittels Acrylfarben), bei der er bewusst auf generativ bedingte Verfremdung setzte und auch stoisch Fehler beim Kopieren von Vorlagen akzeptierte oder die Herstellung der Siebdrucke seinen Mitarbeitern überließ. Viele Arbeiten stammen noch nicht einmal aus seiner Hand. Oft amüsierte er sich bei Galerie- oder Museumsbesuchen über Fälschungen seiner eigenen Werke. Seine Arbeit ist von Originalität, subtilem Humor aber auch Zynismus geprägt; seien es seine „Do-It-Yourself"-Bilder zum Selbstausmalen, Camouflagemuster, Inversionen oder die Bildreihe Electric Chair (elektrischer Stuhl), von der er selbst sagte: „Ich fertige sie in jeder Farbe solange sie nur zu den Gardinen passen."

Seine Kunst war stets geprägt durch die serielle Reproduktion, bzw. Reproduzierbarkeit von Bildgegenständen, Alltäglichem, Trivialem und Banalem. Stets von der Idee des „Kopierens" und der konsequenten Abfolge fasziniert (u. a. durch seine Filmleidenschaft), versuchte Warhol zunächst Bilder aus Kinomagazinen per Hand abzuzeichnen. In der Folge machte er sich schließlich mit der Methode der Serigrafie (dem Siebdruck) vertraut und begann normale alltägliche, gegenwärtige und vertraute Motive aus sämtlichen Medien (Zeitungen, Magazine) zu filtern und umzusetzen. Aus diesem Grunde wurde Warhol oft mit dem Vorwurf des Plagiats bezichtigt. Er wählte bevorzugt grelle Acrylfarben und starke Farbkontraste für seine Bilder (z. B. Marilyn, Elvis, Liz). Ab den 1970ern suchte Warhol verstärkt nach neuen Techniken und Ausdrucksformen (z. B. die „Piss Paintings", mit Urin per Oxidation auf Kupferfarbe „gemalte" Bilder). In seinen späteren Arbeiten verwendete er u. a. auch Diamantstaub in seinen Arbeiten (z. B die Porträtserie von Joseph Beuys).

Vorrangig sind seine Porträts bekannter Persönlichkeiten (Marilyn Monroe, Elvis Presley, Liz Taylor, Mao und vielen anderen mehr). Er interessierte sich indes auch für die Ästhetik der Ware und der Konsumgesellschaft, wobei Konsum von ihm positiv gesehen wurde. Umstritten ist, ob dies eine Variante der Überidentifikation darstellte, wie auch viele seiner Statements. Er liebte die Künstlichkeit und raffinierte Kolportagen und schaffte es (als gelernter Grafiker) geschickt, sich selbst als Image/Marke zu erfinden und zu feiern. Sein Werk folgt dem beständigen Versuch, die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz, also kommerziell angewandter Kunst (Werbung, Design) und bildender Kunst (Hochkultur) aufzuheben. Er vertrat gerne das Ideal einer Business-Kunst.

Andy Warhols Einfluss auf Kunst und Popkultur der 1990er und der Jahrtausendwende ist weitreichend. Künstler und Künstlerinnen wie z.B. Jeff Koons, Mariko Mori, Res Ingold (Ingold Airlines), Brandt Schmitt, oder auch die Literaten der Popliteratur können in Selbstbespiegelung und postmodern-leichter Weltsicht als seine Nachfolger betrachtet werden.

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Carl Orff



Orff war sehr früh schon vom Zusammenspiel von Musik, Sprache und Bewegung begeistert. Seine Tochter, Godela, erzählte später von einem einschneidenden Erlebnis Orffs in den 20er-Jahren: "Er wurde mitgenommen zu so einem Tanzabend von dieser Mary Wigman. Und das muss ihn umgehauen haben. Da ist etwas ganz entscheidendes passiert: Er sah Tanz ohne Begleitmusik, dann sah er Tanz nur mit Trommel, also nur mit Rhythmus. Da merkte er: Eines der Urphänomene ist der Rhythmus."

Zusammen mit einer Künstlerin und Gymnastiklehrerin gründete Orff eine Schule für Gymnastik, Musik und Tanz. Hier entstand das Konzept einer elementaren Musik. Orff beschrieb sie so: "Die grundlegende Musik, die zu den Elementen gehört, die zusammengesetzt ist aus Ton, Wort und Gebärde."

Auf dieser Grundlage entwickelte Orff das sogenannte Schulwerk. Es sollte bei der musikalischen Früherziehung von Kindern und Jugendlichen helfen. Orff nutzte dafür eine Reihe von Schlag- und Melodie-Instrumenten. Sie gingen als Orff-Instrumente in die Musikgeschichte ein.

1934 stieß Carl Orff durch Zufall auf mittelalterliche Handschriften mit lateinischen und deutschen Liedern aus dem Kloster Benediktbeuern: die Carmina Burana. Orff erinnerte sich später: "Beim Aufschlagen der ersten Seite fand ich die längst berühmt gewordene Abbildung der Fortuna mit dem Rad. Darunter die Zeilen: 'O Fortuna / velut luna / statu variabilis.' Sofort stand ein neues Werk, ein Bühnenwerk mit Sing- und Tanzchören, nur den Bildern und Texten folgend, in Gedanken vor mir."

Die Texte aus dem 13. Jahrhundert handeln von Trink- und von Liebeslust. Orff wählte rund 20 von ihnen aus und vertonte sie. Die Uraufführung im Juni 1937 in Frankfurt am Main war ein überragender Erfolg. Seinem Verleger teilte Orff danach mit, alles, was er vor den Carmina Burana geschrieben habe, könne nun eingestampft werden.

Was Orff vor seinem Tode mit 86 Jahren nicht mehr erfuhr: Die Carmina Burana sollten so populär werden, dass sie sogar für Schokoladenwerbung herhalten mussten. (www.mdr.de)

  • Bühnenwerke
    • Der Mond, ein kleines Welttheater (1939)
    • Die Kluge (1943)
    • Ein Sommernachtstraum (1952, endgültige Fassung 1962)
  • Bairisches Welttheater
    • Die Bernauerin (1947)
    • Astutuli, eine bairische Komödie (1953)
  • Osterspiel
    • Comoedia de Christi Resurrectione (1956)
  • Weihnachtsspiel
    • Ludus de nato Infante mirificus (1961)
  • De temporum fine comoedia, Vigilia (1973, Neufassung 1977)
  • Trionfi
    • Carmina Burana (1937)
    • Catulli Carmina (1943)
    • Trionfo di Afrodite (1953)
  • Bearbeitungen
    • Claudio Monteverdis Klage der Ariadne, Orpheus (1925, Neubearbeitung 1940)
    • Entrata für Orchester, nach „The Bells“ von W. Byrd (1928, Neufassung 1941)
  • Antike
    • Antigone (1949)
    • Oedipus der Tyrann (1959)
    • Prometheus (1968)
  • Orff-Schulwerk: Musik für Kinder (zusammen mit Gunild Keetmann) (1930–35, Neufassung 1950–54)
  • Filmmusik
    • 1973 wählt der damals noch unbekannte Regisseur Terrence Malick für seinen ersten Spielfilm „Badlands - Zerschossene Träume“ ein Stück aus Orffs Schulwerk als Haupt- und Abspannmusik aus: „Musica Poetica / Gassenhauer“ aus „4 Stücke für Xylophon“. Die sanften und harmonischen Xylophonklänge stehen im krassen Gegensatz zu der Blutspur, die die beiden Hauptdarsteller Martin Sheen und Sissy Spacek auf ihrem Weg durch die „Badlands“ ziehen - und doch geben sie (die Klänge) dem Film eine ungeahnte Tiefe und Schönheit.
    • 1981 - Der Film „Excalibur“ verwendet den rhythmischen Chorgesang „O Fortuna“ aus Orffs „Carmina Burana“, wenn zum Höhepunkt des Films die Ritter in die entscheidende Schlacht ziehen. Hierdurch wird die Musik des deutschen Komponisten einer breiten Öffentlichkeit in aller Welt bekannt gemacht. Zeitgenössische Filmkomponisten nehmen nun bewusst Anleihen bei Orff und setzen diesen Stil in weiteren Filmen ein, wie z.B. Basil Poledouris in „Conan der Barbar“ (1982).
    • 1993 - Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer verwendet das Thema aus „Musica Poetica“ noch einmal für den Film „True Romance“. Er ist eine Hommage an den 20 Jahre zuvor entstandenen Film „Badlands“ - ebenso wie die Musik.
    • 2000 - Im Film „Forrester – Gefunden!“ sieht man Sean Connery zu dem oben erwähnten Xylophonstück aus „Musica Poetica“ auf einem Fahrrad durch New York radeln.


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Humphrey Bogart



Bogarts früher Bühnenerfolg als Gangster führte zu zahlreichen weiteren Rollen gleicher Art. Er landete in seinen Filmen regelmäßig auf dem elektrischen Stuhl und wurde insgesamt zu mehreren Jahrhunderten Zwangsarbeit verurteilt. Jack Warner beschäftigte Bogart kontinuierlich, zeigte jedoch kein Interesse daran, ihn zum Star zu machen und vergab die interessantesten Einsätze an Kollegen wie Edward G. Robinson, James Cagney oder George Raft. 1941 war seine von Raft und Cagney abgelehnte Gangsterrolle in dem Film Entscheidung in der Sierra, nach einem Drehbuch von John Huston inszeniert von Raoul Walsh, qualitativ ein Schritt vorwärts. Vor allem lernte er bei den Dreharbeiten mit Huston einen weiteren guten Freund kennen.

Die Rolle des Privatdetektives „Sam Spade" in der Verfilmung von Dashiell Hammetts Krimi Der Malteser Falke hatten sowohl James Cagney als auch George Raft ebenfalls abgelehnt. John Huston griff also 1941 für sein Debüt als Filmregisseur auf Bogart zurück. Die Spur des Falken wurde stilbildend und gilt als erster Vertreter des film noir. Huston und Bogart machte der Erfolg zu Stars ihrer Zünfte. Für den Schauspieler war der abgebrühte, oberflächlich von den Gangstern kaum zu unterscheidende Detektiv ein idealer Übergang vom Bösewicht zum Helden.

Im Jahr darauf folgte denn auch Bogarts erster Einsatz als Protagonist einer romantischen Liebesgeschichte in dem schließlich zum Kultfilm werdenden Casablanca an der Seite von Ingrid Bergman. Der Film gewann 1943 einen Oscar, Bogart erhielt seine erste Oscar-Nominierung.

Danach spielte Bogart neben zahlreichen Routineproduktionen auch in einer ganzen Reihe von Klassikern, wie der Hemingway-Verfilmung Haben und Nichthaben (1944), der Chandler-Verfilmung Tote schlafen fest (1946), dem Schatz der Sierra Madre (1948) und im gleichen Jahr – neben seinem alten Rivalen Edward G. Robinson – den Gegenspieler der Gangster in Key Largo.

Gegen Ende seines Lebens fand Bogart zu großen Charakterrollen in aufwändigen Produktionen. 1952 bekam er für seine Rolle in John Hustons klassischem Abenteuerfilm African Queen den Oscar. 1955 folgte seine letzte Nominierung für die Darstellung des psychotischen Kapitäns in Die Caine war ihr Schicksal.

1954 durfte er in Billy Wilders romantischer Komödie Sabrina den seinen Bruder spielenden William Holden beim Werben um die dreißig Jahre jüngere Audrey Hepburn ausstechen. 1955 war Bogart ein – wenn auch falscher – Priester in Die linke Hand Gottes. Im gleichen Jahr übernahm er für An einem Tag wie jeder andere noch einmal eine Gangsterrolle. 1956 war das Drama Schmutziger Lorbeer um Korruption im Boxsport Bogarts letzter Film.

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Woody Allen



"Woody Allen ist Balsam für die geschundene Alltags-Seele. Seine Filme umgeben den Zuschauer mit einer ganz bestimmten Gravitation. Angezogen von diesem unendlich erscheinenden Universum voller Melancholie, Verzweiflung und Leidenschaft, Absurdität und tiefer Wahrheit. Woody Allen nimmt uns durch seine Filme in eine Zelluloid-Familie auf und gibt uns eine cineastische Heimat. Jeder findet in Woodys intellektuellem Krieg der Dialoge eine Rechtfertigung- auch für die allerletzte menschliche Regung. Woodys Filme sind Antidepressiva, Aufputschmittel und Seelen-Tankstelle zugleich. Man könnte sich verlieben in diese Art des Filmemachens. Seine Filme machen glücklich. Zumindest für 90 Minuten." (www.woody-allen.de)

  • "Ich war immer geschafft, wenn ich nach Flatbush zurück kam, so sehr, dass ich mich fühlte wie O' Higgins, dem sein Anzug gestohlen wurde, als er noch drinsteckte."

  • "Gestern traf ich ein Mädchen, wirklich Klasse. Sie lächelte mir zu. Also steckte ich ihr meinen Hotelzimmerschlüssel in die Tasche. Als ich hochging war meine Schreibmaschine weg."

  • über Sex und Intellekt: "Ein's merk ich immer wieder, man kann als Intellektueller absolut brilliant sein, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben. Aber andererseits lügt der Körper nie, wie wir jetzt wissen."

  • Sie: "Du bist der größte Liebhaber, den ich je hatte."
    Er: "Ich übe auch fleißig, wenn ich allein bin."

  • "Wenn sie ein Mann wären, würde ich ihnen die passende Antwort geben."
    "Aber - ich bin ein Mann."
    "Ich meine .... ein viel kleinerer Mann."

  • "Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, aber für alle Fälle nehme ich Unterwäsche zum Wechseln mit."

  • "Das Verbrechen zahlt sich aus. Ich finde, es ist ein guter Job. Kurze Geschäftszeit, und ich bin mein eigener Boss. Sie reisen sehr viel und kommen mit vielen interessanten Menschen zusammen. Also, ich kann nur zu dieser Arbeit raten."

  • "Jedesmal wenn ich Wagner höre, habe ich das Bedürfnis in Polen einzumarschieren."

  • "Sagen Sie nichts gegen Masturbation - es ist Sex mit jemandem, den man wirklich liebt"

  • "Das Leben imitiert nicht Kunst, sondern schlechtes Fernsehen."

  • "Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte."


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Loriot



Loriot (* 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel), geboren als Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, ist Komödiant, Zeichner, Schriftsteller, Bühnenbildner, Kostümbildner, Schauspieler, Regisseur und Professor für Theaterkunst. Der Künstlername Loriot ist die französische Bezeichnung des Pirols, des Wappentiers der Familie von Bülow.

Bülow wuchs mit seinem jüngeren Bruder seit 1927 bei Großmutter und Urgroßmutter auf, die in Berlin zusammen eine Wohnung hatten (schräg gegenüber, so Loriot, hätten Weizsäckers gewohnt, doch der spätere Bundespräsident, damals etwa zehn Jahre alt, sei ihm nicht aufgefallen).

1938 zog die Familie nach Stuttgart, wo Bülow das humanistische Eberhard-Ludwigs-Gymnasium besuchte, das er 1941 siebzehnjährig mit Notabitur verließ. Er begann entsprechend der Familientradition eine Offizierslaufbahn. Anschließend folgte ein dreijähriger Militäreinsatz an der Ostfront in der Sowjetunion. In einer Talkshow berichtete von Bülow vor Jahren, wie ihn damals auf dem Vormarsch im Kaukasus die Begegnung mit Kamelen beeindruckte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er kurzzeitig als Holzfäller in Niedersachsen. 1946 legte er das Voll-Abitur in Northeim am Gymnasium Corvinianum ab. Auf Anraten des Vaters (!) studierte er von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik an der Kunstakademie (Landeskunstschule) in Hamburg. Nach dem Abschluss legte Bülow erste Arbeiten als Werbegrafiker vor und erfand das charakteristische Knollennasenmännchen. Ab 1950 war Bülow als Cartoonist zunächst für das Hamburger Magazin Die Straße, im Anschluss für den Stern tätig. Seit dieser Zeit verwendete er den Künstlernamen Loriot.

In der Folge versuchte Loriot, seine Zeichnungen als Buch herauszubringen; diverse deutsche Verleger (unter anderem Ernst Rowohlt) zeigten kein Interesse. Erst der Schweizer Diogenes Verlag sagte zu. 1954 erschien dort Loriots erster eigener Cartoonband (Auf den Hund gekommen).

1967 wechselte Loriot das Medium: Er moderierte zunächst die Fernsehsendung Cartoon für die ARD, die er auch als Autor und Co-Regisseur verantwortete. Loriots anfänglich reine Moderation wurde zunehmend zu einem eigenständigen humoristischen Element der Sendung; zudem brachte Loriot bald eigene Zeichentrickfilme ein und verließ damit künstlerisch die engen Rahmenbedingungen, die das Medium Zeitschrift seinen Zeichnungen auferlegt hatte.

1971 erschuf Loriot mit dem Zeichentrick-Hund Wum ein Maskottchen für die Aktion Sorgenkind in der ZDF-Quizshow Drei mal Neun, dem er selbst auch die Stimme verlieh. Zu Weihnachten 1972 wurde Wum dann zum Gesangsstar: Mit dem Titel Ich wünsch' mir 'ne kleine Miezekatze war er so erfolgreich, dass er für neun Wochen die Spitze der deutschen Hitparade belegte. Dabei handelte es sich bei Wums Gesang um von Bülows Sprechgesang. Wum blieb auch in der Nachfolgesendung Der große Preis bis in die 1990er Jahre hinein als Pausencartoon erhalten, bald schon als Duo zusammen mit dem Elefanten Wendelin und später mit dem Blauen Klaus, einem Außerirdischen, der mit seiner Untertasse einschwebte. Alle Sketche wurden von Loriot geschrieben, gezeichnet und gesprochen und endeten mit einer Aufforderung an die Zuschauer, sich an der Fernseh-Lotterie zu beteiligen. Mit dem Ende von Der große Preis endeten auch die Abenteuer von Wum und Wendelin. Heute sind Wum und Wendelin auf der letzten Seite der Fernsehzeitschrift Gong zu sehen.

1976 entstand die sechsteilige Fernsehserie Loriot, in der er sowohl gezeichnete wie auch selbst gespielte Sketche (letztere oft zusammen mit seiner Partnerin Evelyn Hamann) präsentiert. Diese Sketche wurden in Deutschland sehr populär, werden noch immer regelmäßig im Fernsehen wiederholt und sind inzwischen komplett auf DVD erhältlich.

Eine besondere Liebe verbindet Loriot auch mit der klassischen Musik und der Oper. 1982 dirigierte er das humoristische Festkonzert zum 100sten Geburtstag der Berliner Philharmoniker, mit deren Geschichte er auch durch familiäre Beziehungen verbunden ist (Hans von Bülow, der erste Chefdirigent der Philharmoniker, war ein entfernter Verwandter von Loriot). Seine Erzählfassung vom Karneval der Tiere führte Loriot wiederholt mit dem Scharoun Ensemble auf, einem Kammermusikensemble aus Musikern der Berliner Philharmoniker. Als Regisseur inszenierte Loriot die Opern Martha (Stuttgart) und Der Freischütz (Ludwigsburg).

1988 drehte Loriot als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller den Film Ödipussi, 1991 folgte dann Pappa ante Portas.

Loriot ist ein Gegner der Rechtschreibreform. Loriot und sein Zürcher Diogenes-Verlag bleiben bei der deutschen Rechtschreibung des 20. Jahrhunderts. Bei der von Friedrich Denk organisierten Dichterlesung Für die Einheit der Orthographie am 11. Oktober 1997 in Weilheim fand Loriot eine für ihn typische Lösung für die sogenannte Rechtschreibreform: „Die Rechtschreibreform ist ja völlig in Ordnung", meinte er, und ergänzte nach einer kleinen Atempause süffisant: „... wenn man weder lesen noch schreiben kann!". Loriot gehört dem im August 2004 in München aus Protest gegen die Rechtschreibreform gegründeten Rat für deutsche Rechtschreibung e.V. als Ehrenmitglied an. Am 30. Oktober 2004 erhielt er den Jacob-Grimm-Preis. In seiner Dankrede sagte Loriot zum Thema Rechtschreibreform, er begrüße es sehr, dass einige Zeitungen wieder die alte Rechtschreibung verwendeten. „Wieso beschließen Politiker, was mit der Sprache gemacht wird?", kritisierte er.

Im April 2006 gab Loriot bekannt, sich als Fernsehschaffender zurückzuziehen, da seiner Meinung nach in diesem Medium wegen der entstandenen Schnelllebigkeit keine humoristische Qualität mehr zu erzielen sei.

Seine Werke beschäftigen sich hauptsächlich mit zwischenmenschlichen Kommunikationsstörungen. (Loriot: „Kommunikationsgestörte interessieren mich am allermeisten. Alles was ich als komisch empfinde, entsteht aus der zerbröselten Kommunikation, aus dem Aneinander-vorbei-reden.")

Seine Cartoons leben vom Kontrast zwischen der dargestellten Situation, der dabei zur Schau getragenen Würde der Knollennasenmännchen und den Legendentexten. Eines dieser Elemente fällt immer aus dem Rahmen, etwa der Legendentext „Wir fordern die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, auch wenn der Säugling dabei vorübergehend an Gewicht verlieren sollte" unter der Darstellung eines sich distinguiert ein Kleinkind an die Brust legenden knollennasigen Herren. Themen der Cartoons sind insbesondere das Alltagsleben, Szenen aus Familie und der bürgerlichen Gesellschaft.

Auch in seinen Filmen und Sketchen zeigt Loriot gewissermaßen die 'Tapferkeit' von Menschen, die in den verschiedensten Situationen nur durch ihre Höflichkeit eine Katastrophe (oder zumindest den destruktiven Ausbruch von Aggressionen) verhindern.

Loriots enorme Popularität, seine treffsichere Sprache und Komik, die jedoch nie verletzend wirkt, hat dazu geführt, dass manche seiner Formulierungen und Erfindungen im deutschen Sprachraum Allgemeingut wurden. Dazu gehören sicher das Jodeldiplom, die Steinlaus und der Kosakenzipfel, aber auch Sätze wie „Da hat man was eigenes!", „Bitte sagen Sie jetzt nichts …" oder das lakonische „Ach was!".

Auf die Frage, wer ihn geprägt habe, antwortete Loriot 2007: „Ich weiß, als ich anfing zu studieren, wohnte ich zwischen dem Irrenhaus, dem Zuchthaus und dem Friedhof. Allein die Lage wird es gewesen sein, glaube ich."

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Jacques Tati



Jacques Tati (bürgerlich Jacques Tatischeff; 1907 - 1982) war ein äußerst eigenwilliger französischer Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur. Mit der von ihm entwickelten und dargestellten Figur des Monsieur Hulot eroberte er sich einen bedeutenden Platz in der Filmgeschichte, und das mit insgesamt nur fünf langen Spielfilmen. Als Schauspieler bediente er sich der Mittel der Pantomime und Slapstick und erwies sich in der Gestalt des Monsieur Hulot als unermüdlicher Zivilisationskritiker.

Als Regisseur war Tati – auch wenn er inhaltlich oft die gute alte Zeit beschwor – seiner Zeit weit voraus und beeindruckte durch den einfallsreichen Einsatz moderner filmtechnischer Mittel. Er war ein Einzelgänger, der die völlige künstlerische Kontrolle über seine Filme anstrebte. Darin, und in seinem Hang zum Perfektionismus, ist er auf dem Gebiet der Filmkomik am ehesten mit Charles Chaplin und Buster Keaton vergleichbar.

Jacques Tati kam von der Bühne. Er hatte Erfolg mit pantomimischen Szenen, in denen er Sportarten und Reisen mit verschiedenen Verkehrsmitteln parodierte, und tauchte Anfang der 1930er-Jahre erstmals im Kurzfilmen auf, etwa als Tennis-Champion.

1947 gelang Tati der Durchbruch mit seinem ersten selbst geschriebenen und inszenierten Langfilm „Jour de fête“ („Tatis Schützenfest“), gleichzeitig dem ersten französischen Farbfilm.



Sein zweiter Film „Les Vacances de Monsieur Hulot“ („Die Ferien des Monsieur Hulot“) spielt in einem Urlaubsort am Meer und zeigt zum ersten Mal Tatis Alter Ego Hulot, einen liebenswürdigen Individualisten mit Hut und langer Pfeife, der sich in permanentem Kampf mit den Tücken der modernen Zivilisation und den neuzeitlichen Umgangsformen befindet. Der Film gewann 1953 den Louis-Delluc-Preis, das Drehbuch wurde 1956 für den Oscar nominiert. Ein wesentliches Kennzeichen für Tatis Filme war der fast vollständige Verzicht auf Sprache. Die Hauptfigur Monsieur Hulot, die einen tollpatschigen Antihelden verkörpert, gibt so gut wie kein verständliches Wort von sich. Dialoge gehen meist entweder in lauten Hintergrundgeräuschen unter oder sind bis auf wenige Wortfetzen zur vollständigen Unverständlichkeit verstümmelt.

In „Mon Oncle“ („Mein Onkel“) hat es Monsieur Hulot mit dem supertechnisierten Haus der Familie seiner Schwester, seinem Unvermögen im Umgang damit, seiner speziellen Beziehung zu seinem Neffen und den Tücken des Objektes zu tun. Der Film gewann den Spezial-Preis der Jury beim Cannes Film Festival 1958, den Preis der französischen Filmkritiker 1958 und den Oscar als bester fremdsprachiger Film 1959.

Der Erfolg ermutigte Tati zu seinem größten Projekt. Für „Playtime“ (1967) ließ Tati ein riesiges Stadtteil-Set mit Hochhäusern außerhalb von Paris bauen (Tativille). Hier irrt Hulot in einem Paris herum, das nur aus Wolkenkratzern und Büroblocks zu bestehen scheint, auf der Suche nach einem Treffen mit einem Monsieur Girard. Playtime war außerordentlich teuer und aufwändig. Tati drehte auf 70-mm-Film, die Produktionszeit betrug 3 Jahre, das Budget lag zwischen fünf und zwölf Millionen Francs. Trotz brillantem Produktionsdesign, visionärer Kamera und exzellenter Presse (dänischer Bodil-Filmpreis 1969) scheiterte „Playtime“ an den Kinokassen.

Aufgrund der Schulden, die „Playtime“ hinterließ, musste Tati in „Trafic“ (1971) wieder Hulot in den Mittelpunkt des Films stellen; etwas, das er eigentlich vermeiden wollte. Im Film versucht er einen Auto-Prototyp rechtzeitig zu einer Automobilmesse zu bringen.

Tati konnte seinen Bankrott nicht mehr abwenden und zog sich langsam vom Filmgeschäft zurück. Nach „Trafic“ folgte nur noch 1974 ein fürs schwedische Fernsehen produzierter Zirkusfilm für Kinder mit dem Titel „Parade“.

1977 wurde Tati mit einem Ehren-César der Académie des Arts et Techniques du Cinema ausgezeichnet.

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